Smombie ("Smartphone Zombie") in der Fake-News-Bubble? Digitale Teilhabe und kritische Medienkompetenz (bildungs-)benachteiligter Jugendlicher (2022-2024)

Das diskursiv kursierende Bild von Jugendlichen im Kontext der Digitalisierung ist ein ambivalentes. Zum einen werden sie als „digital Natives“ beschrieben, die den älteren Generationen in vielen digitalisierungsrelevanten Bereichen voraus sind und sich auch im virtuellen Raum zur politischen Partizipation organisieren (z.B. Fridays for Future). Zum anderen werden Jugendliche auch abwertend mit den Attributen „smartphonesüchtig“, „fakenewsgläubig“ oder kurz als „Smombies“ charakterisiert. Welche dieser Zuschreibungen trifft nun zu?

Tatsächlich zeichnen Studien kein kohärentes Bild der Jugendlichen und ihrer Rolle in der virtuellen Welt. So variiert das Vorhandensein digitaler Kompetenzen und die Form der Internetnutzung stark nach sozialem Status der Herkunftsfamilie. Die durch die soziale Herkunft beeinflusste Qualität und Quantität digitaler Kompetenzen hat Auswirkungen auf die Partizipationsmöglichkeiten in unterschiedlichsten Kontexten. Gerade kritische Medienkompetenz wird immer wieder als essenziell für die Teilhabe an der Demokratie beschrieben und ist damit mit Einflussmöglichkeiten auf die Ausgestaltung unserer Gesellschaft verbunden. 

Im Projektvorhaben wird der Fokus auf bildungsbenachteiligte Jugendliche gerichtet, um in einem ersten Schritt (Ansätze von) Praktiken politischer Partizipation, kritischer Medienkompetenz und digitaler Zivilcourage unter Einsatz qualitativer Forschungsmethoden sichtbar zu machen. Dazu konnten das BFI Wien sowie das IP-Center als Anbieter*innen spezifischer arbeitsmarkpolitischer Angebote für Jugendliche als Kooperationspartner*innen gewonnen werden. Die jugendlichen Teilnehmer*innen diese Angebote werden hierbei nicht als „Forschungsobjekte“ verstanden, sondern im Sinne eines partizipatorischen Ansatzes als Expert*innen für die eigene Situation aktiv in die Forschung miteinbezogen. In einem zweiten Schritt sollen diese Erkenntnisse unter Einbezug von Praktiker*innen und Jugendlichen in einer Form aufgearbeitet und reflektiert werden, die zu einer Verbesserung von Angeboten zur Förderung der partizipationsermöglichenden, transversalen digitalen Kompetenzen beitragen kann. Als Ergebnis des partizipativen Forschungsprozesses soll ein Kompendium für Praktiker*innen im direkten Umgang mit Jugendlichen entstehen.

Das Projekt wird vom Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Wien geförderten und gemeinsam mit dem öibf – Norbert Lachmayr, Verena Bauer, Martin Mayerl und Alexander Schmölz – umgesetzt. 

MitarbeiterInnen: Nadja Bergmann, Nicolas Pretterhofer

AuftraggeberIn: Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien

Status: laufend