Digitaler Wandel im Burgenland. Erhebung des Qualifizierungsbedarfes in ausgewählten Branchen (Forschung, 2019)

Kaum ein Themenbereich wird im Zuge der Digitalisierungsdebatte so kontrovers diskutiert wie Arbeit und Beschäftigung. Kommt es zu einer Substituierung von Arbeitskräften? Oder können (zumindest in manchen Branchen) positive Beschäftigungseffekte im Zuge der Implementierung von Industrie 4.0 sowie durch die Digitalisierung des Dienstleistungssektors erwartet werden? Welche wirtschafts-, bildungs- und arbeitsmarkpolitischen Strategien sind sinnvoll? Mittlerweile liegen unterschiedliche Expertisen vor, wie Digitalisierung von gesellschaftlichen AkteurInnen aktiv gestaltet werden sollte, um positive Auswirkungen für möglichst viele Beschäftigte zu unterstützen und erwartbaren negativen Effekten so gut es geht entgegen zu wirken.

Ein zentraler diesbezüglicher Ansatzpunkt ist das Thema Qualifizierung. Bisherige Studien zu Qualifikationsanforderungen und Digitalisierung sind geprägt durch sehr allgemeine Aussagen, sind zumeist interessensgesteuert und wenig konkret. Selten steht im Mittelpunkt, wie betroffene Beschäftigte selbst Entwicklungen erleben.

Mit dem vorliegenden Forschungsvorhaben wollen wir diese Lücke schließen und folgende Fragen in den Vordergrund rücken:

  • In welcher Form ist die Digitalisierung in den burgenländischen Betrieben angekommen und wie werden die Entwicklungen vor allem aus Sicht der Beschäftigten und BetriebsrätInnen wahrgenommen?
  • Welche Weiterbildungen werden rund um Digitalisierung in burgenländischen Betrieben umgesetzt?
  • Welche zusätzlichen Qualifizierungen und Weiterbildungen fehlen, um möglichst viele Beschäftigte dabei zu unterstützen, ihren Arbeitsplatz halten zu können?

Dazu haben wir mit Unterstützung des ÖGB und der AK Burgenland zahlreiche qualitative Interviews in burgenländischen Betrieben und eine Online-Befragung durchgeführt. 

Der Fokus lag dabei auf folgenden Branchen:

  • Finanzen (Banken und Versicherungen)
  • Gesundheit (Krankenhäuser/Pflegeheime)
  • Tourismus
  • Produktionsbetriebe
  • Handel

Die  Analyse der Interviews bietet einen konkreten Einblick in die Änderungen, die in den Betrieben aus Sicht der Beschäftigten, BetriebsrätInnen sowie auch der Unternehmensleitung stattfinden und soll zudem eine faktenbasierte Grundlagen für die Konzeption von Weiterbildungsangeboten für burgenländische Beschäftigte bieten, damit diese in der sich rasch ändernden Arbeitswelt nicht ins Hintertreffen geraten. 

 

MitarbeiterInnen: Nadja Bergmann, Barbara Willsberger

Externe MitarbeiterInnen: Nicolas Pretterhofer

AuftraggeberIn: Berufsförderungsinstitut Burgenland

Status: beendet