Bedarfe und Bedingungen für Männer* in unbezahlter Pflegearbeit – MiP
Die unbezahlte Pflegearbeit wird in Österreich zunehmend auch von Männern* übernommen, die neben strukturellen Belastungen zusätzlich mit traditionellen Männlichkeitsvorstellungen konfrontiert sind – was das Risiko von Überforderung, Isolation und finanziellen Schwierigkeiten erhöht. Da solche Überlastungssituationen ein zentraler Risikofaktor für häusliche Gewalt bis hin zu Femiziden sind, zielt das Projekt darauf ab, die Bedarfe pflegender Männer* sichtbar zu machen, Unterstützungsmöglichkeiten zu entwickeln und so zur Gewaltprävention beizutragen. Ziel des Projekts ist es, Frauen – insbesondere ab 60 Jahren – vor Gewalt durch pflegende Partner zu schützen, indem die Bedingungen für Männer*, die unbezahlte Pflegearbeit leisten, spürbar
verbessert werden. Dazu kombiniert das Projekt Forschung, Praxis und Öffentlichkeitsarbeit: In qualitativen Erhebungen (Interviews mit pflegenden Männern*, mit Unternehmensvertreter*innen sowie Expert*inneninterviews) werden Überlastungen, Unterstützungsbedarfe und wirksame Präventionshebel systematisch erhoben und in einem Forschungsbericht mit Handlungsempfehlungen verdichtet. Auf dieser Basis entwickelt und erprobt das Projektteam praxisnahe Unterstützungsinstrumente: Fokusgruppen zur Co-Kreation von Maßnahmen, ein modulares Fortbildungskonzept für pflegende Männer*, Fachkräfte und Unternehmen sowie zwei Leitfäden (für Fachkräfte/pflegende Männer* und für Unternehmen). Flankierend sorgt die Öffentlichkeitsarbeit – mit Online-Dossier, Medienkooperationen, barrierearmen Materialien (Infografiken, kurze Erklärvideos, Broschüren) und einer Abschlussveranstaltung – für Sichtbarkeit, Transfer und nachhaltige Verankerung. Ein Praxisbeirat, der sich dreimal während der Projektlaufzeit trifft, begleitet Konzeptentwicklung, Erhebung und unterstützt die Aufbereitung der Ergebnisse, ein Öffentlichkeitsbeirat unterstützt die Verbreitung der Ergebnisse.
Die Studie wird in Kooperation mit dem Institut für Männer- und Geschlechterforschung, Elli Scambor und Oliver Posch durchgeführt. Die Gesamtprojektleitung liegt bei dem Institut für Männer- und Geschlechterforschung.
Mitarbeiter*innen: Lisa Danzer, Nadja Bergmann, Ronja Nikolatti
von: 2025 bis: 2027